Checkout-Ratgeber
Shopify-Zahlungsarten ausblenden, sortieren und umbenennen
Shopify bietet jedem Käufer jede Zahlart an, die du aktiviert hast, in derselben Reihenfolge. Auch die Rechnung für den Neukunden mit dem 900-€-Warenkorb und die Nachnahme für den Gutschein. Mit Regeln legst du fest, wer was sieht. Hier steht, was Shopify selbst kann, was ohne Shopify Plus geht und wo jede Regel endet.

1 Warum nicht jeder jede Zahlart sehen sollte
Jede Zahlart kostet dich etwas anderes. Das EHI hat für den deutschen Onlinehandel erhoben, was Händler je Zahlart abgeben, in Prozent vom Umsatz. Am günstigsten war die Lastschrift, am teuersten waren PayPal und der Rechnungskauf.
Dazu kommt das Risiko. Bei einer Rechnung, die du selbst stellst, lieferst du, bevor das Geld da ist. Bei Nachnahme kostet schon der Dienst Geld, bei DHL 7,49 € zuzüglich Steuer je Paket. Kommt das Paket zurück, weil niemand zahlt, hast du den Versand umsonst bezahlt.
Und manche Kombination passt einfach nicht: Nachnahme ins Ausland, Rechnung für einen Gutschein, der sofort eingelöst wird, oder PayPal für Firmenkunden, die per Überweisung mit Zahlungsziel zahlen.
| Zahlart | Kosten im Mittel | Höchstwert |
|---|---|---|
| Lastschrift | 0,65 % | 2,0 % |
| Rechnungskauf | 1,42 % | 5,99 % |
| PayPal | 1,94 % | 4,0 % |
2 Was Shopify ohne App kann
In den Einstellungen unter Zahlungen schaltest du Zahlungsanbieter und manuelle Zahlungsmethoden an oder aus. Was an ist, sieht jeder: Laut Shopify kann der Käufer mit jeder Zahlart bezahlen, die du dort aktiviert hast. Eine eigene Zahlart wie „Kauf auf Rechnung“ legst du als manuelle Zahlungsmethode an. Die Bestellung bleibt dann offen, bis du sie als bezahlt markierst.
Für Firmenkunden gibt es einen eigenen Weg. In Shopify B2B bekommt eine Firma Zahlungsbedingungen, etwa 30 Tage netto. Laut Shopify-Hilfe geht das auf allen Plänen ab Basic.
Eine Regel wie „Rechnung erst ab der zweiten Bestellung“ kennt Shopify selbst nicht. Dafür gibt es Zahlungsanpassungen (Payment Customizations). Du verwaltest sie unter Einstellungen › Zahlungen, sobald eine passende App aus dem App Store installiert ist, und laut Shopify reicht dafür der Basic-Plan. Eine selbst entwickelte Function als Custom App erlaubt Shopify dagegen nur auf Plus.
Hast du auf Plus Zahlarten mit Payment Scripts gesteuert: Seit dem 30. Juni 2026 laufen keine Shopify Scripts mehr. Solche Regeln brauchen jetzt eine Function.
3 Regeln nach Warenkorb, Land und Produkt
Eine Regel besteht aus einem „Wenn“ und einem „Dann“. Im „Wenn“ stehen eine oder mehrere Bedingungen, verbunden mit „und“ oder „oder“. Im „Dann“ steht, welche Zahlart verschwindet, umbenannt wird oder ihren Platz wechselt. Typische Fälle:
Auch nach dem Kunden geht es: bisherige Bestellungen, bisheriger Umsatz, Kundentags. Wie du damit den Kauf auf Rechnung nur Stammkunden anbietest, steht in einem eigenen Beitrag.

- Warenkorbwert: Rechnung ausblenden, wenn der Warenkorbwert mindestens 500 € beträgt. Gerechnet wird mit der Summe der Artikel, ohne Versand und Steuern.
- Lieferländer: Nachnahme ausblenden, wenn das Lieferland AT oder CH ist. Fehlt die Lieferadresse noch, etwa bei digitalen Produkten, blendet die Regel im Zweifel aus.
- Produkt im Warenkorb hat Tag: Rechnung ausblenden, sobald ein Artikel den Tag „Sonderanfertigung“ trägt. Personalisierte Ware verkaufst du kaum weiter, wenn niemand zahlt.
- Produkt im Warenkorb aus Kollektion: Nachnahme und Rechnung ausblenden, sobald ein Gutschein im Warenkorb liegt.
- Anzahl Artikel und Uhrzeit: etwa Nachnahme ab elf Artikeln ausblenden, oder eine Zahlart in einem festen Zeitfenster am Tag. Alle Zahlungsregeln teilen sich dabei ein Zeitfenster.
4 Umbenennen: Sag im Checkout, was die Zahlart bedeutet
Der Name einer Zahlart ist oft das Einzige, was der Käufer über sie liest. „Rechnung“ sagt nicht, bis wann er zahlen muss. „Kauf auf Rechnung, zahlbar in 14 Tagen“ sagt es. Eine Umbenennung kann auch an einer Bedingung hängen, etwa nur für Bestellungen ab einem Warenkorbwert.
Zwei Grenzen: Zahlarten mit Logo wie Shop Pay, Apple Pay und Google Pay lassen sich laut Shopify nicht umbenennen. Und ein neuer Name ändert keinen Preis. Schreibst du „Nachnahme (+5,90 €)“, steht das im Checkout, aber die 5,90 € kommen nicht auf die Rechnung.
Für einen echten Aufpreis gelten in Deutschland eigene Regeln. Nach § 312a Abs. 4 BGB ist er gegenüber Verbrauchern nur wirksam, wenn es eine gängige, zumutbare und kostenlose Zahlart gibt, und er darf deine Kosten nicht übersteigen. Für SEPA-Lastschrift, SEPA-Überweisung und die meisten Kartenzahlungen von Verbrauchern ist ein Entgelt nach § 270a BGB ganz ausgeschlossen. Das ist keine Rechtsberatung.
5 Sortieren: Die günstigste Zahlart nach oben
Was oben steht, sieht der Käufer zuerst. Kostet dich die Lastschrift weniger als PayPal, gehört sie weiter nach oben. Oder du setzt in jedem Land die Zahlart an den Anfang, die dort üblich ist.
In der App wählst du „Zahlungsart verschieben“ und bringst die Zeilen in die Reihenfolge, die du willst, mit den Pfeiltasten oder durch Ziehen. Jede Zeile trifft eine Zahlart über ihren Namen, etwa „Name enthält PayPal“. Wallets wie Apple Pay, Google Pay und Shop Pay lassen sich laut Shopify ausblenden, aber nicht verschieben.
Ein Tipp zum Namen: Nimm einen Teil, der nur einmal vorkommt. „Pay“ träfe PayPal, Apple Pay, Google Pay und Shop Pay zugleich. Die Vorgabe „enthält“ hat dafür einen Vorteil: Eine Regel auf „Rechnung“ greift weiter, wenn du die Zahlart später in „Kauf auf Rechnung“ umbenennst.
6 Wo Regeln nicht greifen
Zahlungsregeln laufen im Checkout. Ein paar Wege führen an ihnen vorbei oder sind eingeschränkt, und die meisten davon legt Shopify fest, nicht die App:
Ein Sonderfall sind die Express-Knöpfe auf der Produktseite. Mit einem Knopf mit Logo bezahlt der Käufer laut Shopify direkt mit dieser Zahlart, und für Zahlungsanpassungen führt Shopify diese beschleunigten Wege nur als „teilweise unterstützt“. Muss eine Zahlart sicher wegbleiben, blende die Express-Knöpfe auf der Produktseite im Theme aus und teste den Weg selbst. Shopify warnt allerdings, dass weniger Express-Zahlarten die Conversion senken können.

- Nur im Checkout: nicht auf der Warenkorb-Seite und nicht im Point of Sale.
- Shop Pay: Dort wirken die Regeln nicht, mit einer Ausnahme, dem Feld für den Geschenkgutschein.
- Bestellentwürfe: Beim Anlegen im Admin greifen sie nicht, im Checkout des Entwurfs schon.
- Bis zu 25 aktive Zahlungsregeln: Die App legt sie zusammen in einer Anpassung ab und prüft sie gemeinsam.
- Die letzte Zahlart bleibt: Würden deine Regeln zusammen alle ausblenden, blendet die App dort nichts aus.
Quellen
- Shopify Hilfe: Customizing payment methods and delivery options at checkout(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Hilfe: Payment methods(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Hilfe: Manual payment methods(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Hilfe: B2B plan features(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Hilfe: Accelerated checkouts(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Hilfe: Shopify Scripts (seit 30. Juni 2026 abgeschaltet)(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Developers: Payment customizations, Limitations(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Developers: Payment Customization Function API(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Developers: Shopify Functions, Availability(öffnet in einem neuen Tab)
- IT Finanzmagazin: EHI-Studie Online-Payment 2026 (8. Mai 2026)(öffnet in einem neuen Tab)
- DHL Geschäftskunden: Nachnahme(öffnet in einem neuen Tab)
- Baymard Institute: Cart Abandonment Rate(öffnet in einem neuen Tab)
- § 312a BGB(öffnet in einem neuen Tab)
- § 270a BGB(öffnet in einem neuen Tab)
Häufige Fragen
Kann ich in Shopify eine Zahlart nur in bestimmten Ländern anbieten?
Kann ich PayPal ab einem bestimmten Warenkorbwert ausblenden?
Warum erscheint eine Zahlart erst, nachdem der Käufer seine Adresse eingegeben hat?
Gelten Zahlungsregeln auch für Bestellentwürfe?
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