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Checkout-Ratgeber

Shopify-Versandarten ausblenden, sortieren und umbenennen

Shopify zeigt jedem Käufer jede Versandrate, die zu seiner Bestellung passt. Auch Express für das Sperrgut, das gar nicht über Nacht unterwegs sein kann, und den Gratisversand, den du eigentlich nur Stammkunden geben willst. Vieles regeln Versandprofile in Shopify selbst. Hier steht, wo sie enden, was eine Regel im Checkout zusätzlich kann und welche Grenzen Shopify dabei setzt.

Von Max Handrik · Stand: 17. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Shopify-Checkout mit Versand- und Zahlungsauswahl: Economy für 2,90 Euro steht oben und ist ausgewählt, Standard für 4,90 Euro folgt, Express ist per Regel ausgeblendet, ebenso die Zahlart Rechnung

1 Warum nicht jede Versandart zu jeder Bestellung passt

Der Versand entscheidet mit über den Kauf. Bei Baymard nannte jeder fünfte Käufer, der einen Kauf abbrach, eine zu langsame Lieferung als Grund. Eine schnelle Option ganz zu streichen, kostet also Käufer.

Trotzdem passt nicht jede Rate zu jeder Bestellung. Express für Sperrgut, das eine Spedition bringt. Eine Rate mit dem Versprechen „Zustellung morgen“, die nach deinem Versandschluss niemand mehr halten kann. Oder ein Gratisversand, den du nur Stammkunden geben willst.

Blende deshalb gezielt aus: für die Warenkörbe und Kunden, bei denen eine Rate nicht passt. Alle anderen sehen sie weiter.

2 Was Shopify ohne App kann

Versandraten legst du unter Einstellungen › Versand und Zustellung an, je Versandzone. Eine Rate ist fest, hängt am Bestellwert oder am Gewicht, oder der Versanddienstleister berechnet sie. Laut Shopify sieht jeder Käufer nur die Raten, die zu seiner Bestellung passen, und die günstigste ist vorausgewählt.

Den Namen einer eigenen Rate trägst du selbst ein, so erscheint er im Checkout. Für Gratisversand ab einem Bestellwert legst du eine Rate mit Bedingung auf den Bestellwert an und lässt den Preis leer oder trägst 0 ein.

Für Produkte mit eigenen Anforderungen gibt es Versandprofile, Shopify nennt als Beispiel übergroße Artikel. Ein Profil bekommt eigene Raten, etwa Standard ohne Express, und bis zu 99 eigene Profile sind möglich. Liegen Artikel aus mehreren Profilen im Warenkorb, rechnet Shopify Raten mit gleichem Namen zusammen. Heißen sie verschieden, addiert Shopify nur die günstigsten und zeigt daraus eine einzige Rate.

Die Abholung im Laden schaltest du je Standort ein. Laut Shopify erscheint sie standardmäßig nur, wenn die ganze Bestellung an diesem Standort vorrätig ist. Ausnehmen lassen sich Kollektionen, aber keine einzelnen Produkte.

Eine Rate nach Kunde oder nach Uhrzeit kennt Shopify nicht. Dafür gibt es Lieferanpassungen (Delivery Customizations). Du verwaltest sie unter Einstellungen › Versand und Zustellung, sobald eine passende App aus dem App Store installiert ist, und laut Shopify reicht dafür der Basic-Plan. Eine selbst entwickelte Function als Custom App erlaubt Shopify dagegen nur auf Plus.

Manche Shops sehen statt der Versandprofile schon „Versandoptionen nach Markt“. Laut Shopify ist das ein früher Zugang für bestimmte Shops. Und hast du auf Plus den Versand mit Shipping Scripts gesteuert: Seit dem 30. Juni 2026 laufen keine Shopify Scripts mehr. Solche Regeln brauchen jetzt eine Function.

FallIn ShopifyMit einer Regel
Andere Raten je LandVersandzonennicht nötig
Gratisversand ab einem BestellwertRate mit Bedingung auf den Bestellwertnicht nötig
Kein Express für Sperrguteigenes VersandprofilExpress ausblenden, sobald ein Artikel den Tag trägt
Gratisversand nur für Stammkundenkeine passende Ratenartdie Rate für Neukunden ausblenden
„Zustellung morgen“ nur bis 14 Uhrkeine passende RatenartExpress im Zeitfenster umbenennen

3 Regeln nach Produkt, Kunde und Uhrzeit

Eine Regel besteht aus einem „Wenn“ und einem „Dann“. Im „Wenn“ stehen eine oder mehrere Bedingungen, verbunden mit „und“ oder „oder“. Im „Dann“ steht, welche Versandart verschwindet, umbenannt wird oder ihren Platz wechselt. Typische Fälle:

Zwei Bedingungen einer Regel in Hand-E Checkout Rules, mit oder verknüpft: Warenkorbwert mindestens 300 Euro oder ein Produkt im Warenkorb mit dem Tag Gefahrgut
Mit „oder“ verknüpft greift die Regel, sobald eine der Bedingungen zutrifft.
  • Produkt im Warenkorb hat Tag: Express ausblenden, sobald ein Artikel den Tag „Sperrgut“ trägt. Ein einziger Artikel genügt, so ist auch der gemischte Warenkorb erfasst. Deine übrigen Raten behalten ihre Namen.
  • Produkt im Warenkorb aus Kollektion: dasselbe für eine ganze Kollektion, etwa alle Möbel.
  • Bisherige Bestellungen des Kunden: eine Rate „Gratisversand für Stammkunden“ ausblenden, wenn der Kunde höchstens 0 Bestellungen hat. Erkannt werden nur angemeldete Kunden, jeder Gast zählt als Neukunde.
  • Uhrzeit: „Express“ von 00:00 bis 14:00 Uhr in „Express, Zustellung morgen“ umbenennen. Es gilt die Ortszeit deines Shops, und alle Versandregeln teilen sich ein Zeitfenster.
  • Warenkorbwert: die Versandart ohne Sendungsverfolgung ausblenden, wenn der Warenkorbwert mindestens 100 € beträgt. Gerechnet wird mit der Summe der Artikel, ohne Versand und Steuern.
  • Lieferländer: Welche Raten es in einem Land gibt, regeln schon deine Versandzonen. Die Bedingung hilft zusammen mit einer zweiten, etwa Express in die Schweiz ausblenden, wenn Sperrgut im Warenkorb liegt.

4 Umbenennen: Sag im Checkout, wann das Paket kommt

Der Name ist oft das Einzige, was der Käufer über eine Versandart liest. „Standard“ sagt nicht, wie lange es dauert. „Standard, 2 bis 4 Werktage“ sagt es. Eigene Raten benennst du in Shopify selbst. Eine Regel brauchst du, wenn der Name von einer Bedingung abhängen soll, etwa vom Lieferland oder von der Uhrzeit.

Zwei Grenzen setzt Shopify. Bei Raten eines Versanddienstleisters stellt Shopify dessen Namen automatisch vor den neuen, zum Beispiel „DHL“, und keine App kann ihn entfernen. Und ein neuer Name ändert keinen Preis: Schreibst du „Express (+3 €)“, steht das im Checkout, aber die 3 € kommen nicht auf die Bestellung.

Im Zweifel benennt die App nicht um. Lässt sich eine Bedingung noch nicht entscheiden, bleibt der Name, den du in Shopify vergeben hast.

5 Sortieren: Platz 1 gehört der günstigsten Versandart

Shopify wählt die günstigste Rate von selbst vor, und für Apps ist das Pflicht: Wer Versandarten umsortiert, darf laut Shopify keine teurere Rate vorauswählen. Die günstigste muss immer als Erste ausgewählt sein.

In der App wählst du „Versandart verschieben“ und bringst die Zeilen in die Reihenfolge, die du willst, mit den Pfeiltasten oder durch Ziehen. Jede Zeile trifft eine Versandart über ihren Namen, etwa „Name enthält Express“. Steht in der ersten Zeile eine teurere Versandart, setzt die App sie auf Platz 2, direkt unter die günstigste. Die günstigste schiebt sie nie von Platz 1 weg.

Sortieren lohnt sich also für alles darunter: etwa Standard mit Sendungsverfolgung direkt unter Economy und Express ans Ende.

Ein Tipp zum Namen: Nimm einen Teil, der nur einmal vorkommt. „Versand“ träfe jede Rate, in deren Name das Wort steht. Die Vorgabe „enthält“ hat dafür einen Vorteil: Eine Regel auf „Express“ greift weiter, wenn du die Rate später in „Express, 1 Werktag“ umbenennst.

6 Wo Regeln nicht greifen

Versandregeln laufen im Checkout. Ein paar Grenzen legt Shopify fest, ein paar die App:

Regelliste in Hand-E Checkout Rules, nach Bereich gruppiert: unter Versandarten die ausgeschaltete Regel Kein Express im Dezember mit der Aktion Versandart ausblenden Express, darüber eine Zahlungsregel, darunter eine Checkout-Sperre
Eine Saisonregel wie „Kein Express im Dezember“ schaltest du in der Liste ein und wieder aus, ohne sie zu löschen.
  • Nur im Checkout: nicht auf der Warenkorb-Seite.
  • Bestellentwürfe: Beim Anlegen im Admin greifen sie nicht, im Checkout des Entwurfs schon.
  • Bis zu 25 aktive Versandregeln: Die App legt sie zusammen in einer Lieferanpassung ab und prüft sie gemeinsam.
  • Keine Postleitzahl: Die App liest von der Lieferadresse nur das Land. Regeln nach Postleitzahl oder Region gehen deshalb nicht.
  • Kein Gewicht, kein Datum: Für Gewicht hat Shopify gewichtsbasierte Raten. Eine Bedingung nach Kalendertag gibt es nicht, eine Saisonregel schaltest du von Hand.
  • Die letzte Versandart bleibt: Würden deine Regeln zusammen alle Versandarten einer Lieferung ausblenden, blendet die App dort keine aus.

Häufige Fragen

Kann ich in Shopify den Express-Versand für bestimmte Produkte ausblenden?
Mit Shopifys Bordmitteln legst du für diese Produkte ein eigenes Versandprofil ohne Express an. Liegen sie mit anderen Artikeln im Warenkorb, rechnet Shopify die Raten der Profile zusammen. Mit Hand-E Checkout Rules blendest du Express aus, sobald ein Artikel einen bestimmten Tag trägt oder aus einer Kollektion stammt.
Kann ich eine Versandart nach Postleitzahl ausblenden?
Mit Hand-E Checkout Rules nicht. Die App liest von der Lieferadresse nur das Land, keine Postleitzahl. Nach Lieferland geht es, etwa Express nur für Bestellungen in die Schweiz ausblenden.
Kann ich Gratisversand nur für Stammkunden anbieten?
Ja, in zwei Schritten. Lege in Shopify eine Rate für 0 € an, etwa „Gratisversand für Stammkunden“. Dann blendest du sie mit einer Regel aus, wenn der Kunde höchstens 0 Bestellungen hat. Erkannt werden nur angemeldete Kunden, ein Gast sieht die Rate also nicht.
Kann ich den Namen einer DHL-Rate ganz ändern?
Nur zum Teil. Beim Umbenennen stellt Shopify den Namen des Versanddienstleisters automatisch voran, und den kann keine App entfernen. Was danach steht, bestimmst du.
Gelten Versandregeln auch für Bestellentwürfe?
Im Checkout eines Bestellentwurfs ja, das sagt Shopify ausdrücklich. Während du den Entwurf im Admin anlegst, greifen sie nicht.