Checkout-Ratgeber
Rabatt bei Vorkasse in Shopify: eine Zahlungsart günstiger machen
Eine Kartenzahlung über 100 € kostet dich im Basic-Plan 2,40 € Gebühr, eine Überweisung auf dein Konto wickelt Shopify gar nicht ab. Ein Preisabschlag für Vorkasse, üblich sind 2 %, ist deshalb eine bekannte Praxis. Eine Einstellung dafür hat Shopify nicht, denn ein Rabatt erfährt nicht, wie bezahlt wird. Hier steht, wann sich der Abschlag rechnet, was rechtlich gilt und wie du ihn ohne Shopify Plus einrichtest.

1 Warum Händler die Überweisung belohnen
Jede Zahlart hat ihren Preis. Für eine Kartenzahlung über Shopify Payments zahlst du in Deutschland im Basic-Plan 2,1 % plus 0,30 €, für Klarna 2,99 % plus 0,35 €. PayPal berechnet für Zahlungen im Inland 2,99 % plus 0,39 €.
Eine Überweisung auf dein Konto legst du in Shopify als manuelle Zahlart an. Shopify wickelt sie nicht ab und nimmt laut Hilfe auch keine Transaktionsgebühr darauf. Was deine Bank für eingehende Überweisungen berechnet, hängt von deinem Konto ab.
Bei Vorkasse verschickst du erst, wenn das Geld da ist. Bis dahin bleibt die Bestellung in Shopify offen, und dein Kunde wartet länger auf sein Paket. Ein kleiner Rabatt soll ihm diesen Weg wert machen.
| Zahlart | Gebühr | Bei 100 € |
|---|---|---|
| Karte über Shopify Payments, Basic | 2,1 % + 0,30 € | 2,40 € |
| Klarna über Shopify Payments | 2,99 % + 0,35 € | 3,34 € |
| PayPal, Zahlung im Inland | 2,99 % + 0,39 € | 3,38 € |
| Überweisung als manuelle Zahlart | keine bei Shopify | 0,00 € |
2 Rechne nach, ob sich der Rabatt lohnt
Ein Rabatt für Überweisung lohnt sich bei den Kunden, die sonst mit Karte oder PayPal bezahlt hätten. Bei 100 € Warenwert gibst du mit 2 % Rabatt 2,00 € ab und sparst 2,40 € Kartengebühr, bei PayPal 3,38 €.
Er kostet dich bei den Kunden, die ohnehin per Überweisung bezahlt hätten: Sie bekommen 2,00 € geschenkt, und du sparst nichts. Wie viele das bei dir sind, zeigen deine bisherigen Bestellungen.
Weil ein Teil der Kartengebühr fest ist, wiegt sie bei kleinen Bestellungen schwerer. Mit 2 % liegst du im Basic-Plan bei jedem Warenwert unter der Kartengebühr, mit 3 % ab rund 34 € darüber. Die Tabelle rechnet auf den Warenwert. Die Kartengebühr fällt auf den ganzen Betrag samt Versand an, der Rabatt nur auf die Zwischensumme der Bestellung.
Lohnt sich Vorkasse für dich erst ab einem Betrag, setzt du am Rabatt einen Mindestbestellwert. Darunter gibt es nur keinen Knopf, bestellen kann dein Kunde trotzdem. Eine Grenze für die ganze Bestellung ist etwas anderes, dazu steht mehr im Ratgeber zum Mindestbestellwert in Shopify.
| Warenwert | Kartengebühr, Basic | 2 % Rabatt | 3 % Rabatt |
|---|---|---|---|
| 50 € | 1,35 € | 1,00 € | 1,50 € |
| 100 € | 2,40 € | 2,00 € | 3,00 € |
| 500 € | 10,80 € | 10,00 € | 15,00 € |
3 Was Shopify ohne App kann
Shopifys eigene Rabatte kennen als Bedingung einen Mindestbetrag oder eine Mindestmenge, den Kreis der Kunden und die Laufzeit. Eine Zahlart steht nicht zur Wahl. Das ist keine Frage der Oberfläche: Laut Shopifys Entwicklerdoku sieht auch die Funktion, mit der Apps Rabatte berechnen, die gewählte Zahlart nicht. Sie kennt unter anderem den Warenkorb, den Kunden, die Adressen und die Merkmale des Warenkorbs.
Zahlungsanpassungen blenden eine Zahlart aus, benennen sie um oder verschieben sie. Einen Preis ändern sie nicht. Und ein Rabattcode, den du nur Vorkasse-Kunden nennst, gilt mit jeder Zahlart; prüfen müsstest du jede Bestellung von Hand.
Apps für einen Zahlungsrabatt setzen deshalb vor dem Checkout an. Ein Knopf im Warenkorb setzt ein Merkmal am Warenkorb, eine Rabatt-Funktion gibt dafür den Rabatt, und eine Zahlungsanpassung lässt nur die gewählte Zahlart stehen. Erst beides zusammen ergibt einen Rabatt für Vorkasse. Ohne die Einschränkung nähme der Kunde den Rabatt mit und zahlte trotzdem mit PayPal.
| Weg | Was er kann | Wo er aufhört |
|---|---|---|
| Rabatt in Shopify | Mindestbetrag, Kunden, Laufzeit | keine Bedingung auf die Zahlart |
| Zahlungsanpassung | Zahlart ausblenden, umbenennen, verschieben | ändert keinen Preis |
| Rabattcode nur für Vorkasse | Rabatt für die, die ihn kennen | gilt mit jeder Zahlart |
| Knopf im Warenkorb mit beidem | Rabatt nur mit der gewählten Zahlart | Shop Pay und Express-Knöpfe, siehe unten |
4 Was rechtlich gilt
Für eine SEPA-Überweisung, eine SEPA-Lastschrift und die meisten Kartenzahlungen von Verbrauchern darf ein Händler in Deutschland kein Entgelt verlangen, so regelt es § 270a BGB. Ein Rabatt für eine bestimmte Zahlart ist etwas anderes. Die IT-Recht Kanzlei hält einen Preisabschlag bei Vorkasse per Überweisung, üblich sind 2 %, auch unter § 270a BGB für unproblematisch.
Eine Grenze zog das Landgericht Berlin 2019 (Az. 52 O 243/18): Gab es den günstigsten Preis nur mit selten genutzten Zahlungsmitteln, galt das als Umgehung, weil die üblichen Zahlarten damit teurer wurden. Belohne also eine gängige Zahlart. Dein Zahlungsdienstleister darf dir einen solchen Nachlass vertraglich nicht verbieten (§ 675f Abs. 6 BGB).
Und sag klar, was es gibt und unter welcher Bedingung. Preisnachlässe müssen als solche erkennbar sein, ihre Bedingungen leicht zugänglich und klar angegeben (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 DDG). Ein Knopftext wie „Per Überweisung zahlen und 2 % sparen“ nennt beides. Das ist keine Rechtsberatung, und dieser Abschnitt ist nicht anwaltlich geprüft.
5 So richtest du den Zahlungsrabatt ein
In Hand-E Checkout Rules hat der Zahlungsrabatt ein eigenes Formular. Ein Beispiel: 2 % bei Überweisung ab 50 €.
- Klick in der Regelliste auf Neuer Zahlungsrabatt und gib ihm einen Namen, etwa „2 % bei Überweisung“. Den Namen sieht dein Kunde im Checkout am Rabatt.
- Trag unter Name der Zahlungsart ein, wie die Überweisung in deinem Checkout heißt. Shopifys vorgegebene Zahlart Bank Deposit zeigt ein deutscher Shop als „Banküberweisung“; die App trifft beide Namen.
- Setz Rabatt in Prozent auf 2 und den Mindestbestellwert auf 50. Unter 50 € erscheint der Knopf nicht.
- Schreib den Text auf dem Knopf, höchstens 80 Zeichen, und wähl das Aussehen: Umrandet, Wie der Checkout-Knopf, Textlink oder Hinweisbox. Dann speichern.
- Öffne mit Theme-Editor öffnen den Theme-Editor, schalte unter App-Einbettungen Rabatt für eine Zahlungsart ein und speichere dort.
- Leg im Shop Artikel für mehr als 50 € in den Warenkorb, klick auf deinen Knopf und prüf im Checkout den Rabatt und die Zahlart.
6 Wo der Zahlungsrabatt an Grenzen stößt
Ein Rabatt je Zahlart ohne Shopify Plus hat Grenzen, und die meisten setzt Shopify, nicht die App:
- Shop Pay: Dort wendet Shopify keine Zahlungsregeln an. Die Einschränkung auf die Zahlart greift dann nicht.
- Express-Knöpfe: PayPal, Apple Pay oder Shop Pay auf Produkt- und Warenkorbseite sind für den Rabatt nicht vorgesehen. Die Wahl setzt nur der Rabatt-Knopf, und die App nimmt sie beim Laden jeder Seite wieder zurück. Auf der Produktseite übernehmen Express-Knöpfe laut Shopify ohnehin keine Merkmale des Warenkorbs.
- Theme: Für die Warenkorb-Schublade gibt Shopify Apps keinen festen Platz vor. Steht der Knopf in deinem Theme falsch, nennst du der App in der Einbettung deinen Checkout-Knopf über einen eigenen Selektor.
- Andere Rabatte: Ist der Zahlungsrabatt nicht mit einem anderen kombinierbar, gibt Shopify den höheren. Die Einschränkung auf die Zahlart bleibt trotzdem. Kombinationen stellst du auf Shopifys Rabattseite ein.
- Name der Zahlart: Passt er nicht zum Checkout, blendet die App nichts aus, und der Rabatt gilt mit jeder Zahlart. Prüf es einmal selbst.
- USA und Kanada: Ohne Shopify Plus lässt sich die Kreditkarte dort nicht ausblenden. Sie bleibt stehen, und der Rabatt gilt auch bei Kartenzahlung.
Quellen
- Shopify Hilfe: Percentage and fixed amount discounts (Bedingungen eines Rabatts)(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Developers: Discount Function API (Input)(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Hilfe: Customizing payment methods and delivery options at checkout(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Developers: Payment customizations, Limitations(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Developers: Shopify Functions, Verfügbarkeit nach Plan(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Hilfe: Accelerated checkout buttons, compatibility(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify Hilfe: Third-party transaction fees(öffnet in einem neuen Tab)
- Shopify: Preise und Gebühren, Deutschland (abgerufen am 20. Oktober 2026)(öffnet in einem neuen Tab)
- PayPal: Gebühren für Geschäftskunden (Stand 7. September 2026)(öffnet in einem neuen Tab)
- IT Finanzmagazin: EHI-Studie Online-Payment 2026 (8. Mai 2026)(öffnet in einem neuen Tab)
- IT-Recht Kanzlei: Rabatte für Zahlungsarten und das Verbot von Zahlungsentgelten (30. April 2019)(öffnet in einem neuen Tab)
- § 270a BGB(öffnet in einem neuen Tab)
- § 675f BGB(öffnet in einem neuen Tab)
- § 6 DDG(öffnet in einem neuen Tab)
Häufige Fragen
Darf ich in Deutschland Rabatt für Vorkasse geben?
Kann Shopify ohne App einen Rabatt je Zahlungsart geben?
Bekommt ein Kunde den Zahlungsrabatt auch, wenn er mit PayPal zahlt?
Brauche ich für einen Rabatt bei Vorkasse Shopify Plus?
Passende Beiträge
Shopify-Zahlungsarten ausblenden
Rechnung nur im Inland, keine Nachnahme für Gutscheine, die günstigste Zahlart oben: was ohne App geht, was ohne Plus geht und wo Regeln enden.
WeiterlesenWas ist Shopify Payments?
Zahlarten, Gebühren je Plan, Klarna und PayPal, Auszahlung und die Transaktionsgebühr, die ohne Shopify Payments anfällt.
WeiterlesenKauf auf Rechnung nur für Stammkunden
Rechnung erst ab der zweiten Bestellung: Zahlart anlegen, Neukunden und säumige Zahler ausschließen, und was im Gastcheckout passiert.
Weiterlesen