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Tipps für deinen Shop

Neuer Shopify-Shop: So kommst du zu den ersten 100 Bestellungen

Der Shop steht, die Produkte sind drin, und es passiert nichts. Das ist normal: Shopify schreibt selbst, dass es bis zur ersten Bestellung Tage, Wochen oder Monate dauern kann. Hier sind die Schritte, die in dieser Phase helfen.

4 Min. Lesezeit · 28. September 2026

Checkliste für den Start: Plan gewählt, Passwortschutz aus, Sitemap eingereicht, Testbestellung gemacht, Versandkosten sichtbar, Einführungsangebot aktiv

1 Mach den Shop zuerst verkaufsbereit

Klingt selbstverständlich, kann aber die ersten Wochen kosten. In der Testphase ist ein Shop laut Shopify im privaten Modus oder sein Checkout ist inaktiv, bis du einen bezahlten Plan wählst. Bis dahin kann niemand kaufen.

Danach: Passwortschutz aus, eine Testbestellung durchspielen und die Sitemap unter deinshop.de/sitemap.xml in der Google Search Console einreichen. Shopify legt sie automatisch an, Google kann sie im privaten Modus aber nicht lesen.

2 Hol die ersten Bestellungen aus deinem Umfeld

Die ersten Bestellungen kommen oft aus dem eigenen Umfeld. Shopify schreibt, dass manche Shops ihre erste Bestellung innerhalb weniger Tage bekommen, weil sie ihr persönliches Netzwerk und soziale Medien nutzen. In einer Shopify-Umfrage unter etablierten Händlern waren Mundpropaganda und ein Social-Media-Auftritt die häufigsten Wachstumswege im ersten Jahr.

Schreib Freunden, Kollegen und früheren Kunden eine persönliche Nachricht statt eines Rundschreibens, mit einem Code, den jeder nur einmal nutzen kann. Um eine ehrliche Bewertung bittest du getrennt davon und ohne Gegenleistung.

3 Sammle Bewertungen ab der ersten Bestellung

Ohne Bewertungen kauft ein Fremder ungern. Laut Bitkom schauen sich 54 % der deutschen Online-Shopper Rezensionen an, bevor sie etwas im Internet kaufen (Befragung von 2021).

Shopifys frühere eigene Bewertungs-App gibt es seit 2024 nicht mehr. Heute fragt die Shop-App Kunden nach der Lieferung automatisch nach einer Bewertung. Um Bewertungen in deinem Shop zu zeigen, brauchst du eine Partner-App. Wichtig: Gib keine Gegenleistung für Bewertungen, und sag im Shop, ob und wie du prüfst, dass Bewertungen von echten Käufern stammen. Das verlangt § 5b des UWG.

4 Nutze die kostenlosen Kanäle: Shop-App und Google

Zwei Kanäle kosten nichts außer Einrichtung. In die Shop-App wird dein Shop laut Shopify automatisch aufgenommen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Dazu muss unter anderem Shopify Payments aktiv sein, und der Shop darf nicht im privaten Modus laufen.

Über den kostenlosen Kanal Google & YouTube synchronisiert Shopify deine Produkte mit dem Google Merchant Center. Mit kostenlosen Einträgen können sie dann ohne Werbebudget in der Google-Suche, im Shopping-Tab und in der Bildersuche erscheinen. Prüf im Merchant Center, welche Formate in deinem Land verfügbar sind, und pflege Titel, Bilder und Marke sauber.

5 Denk an Marktplätze als zweiten Kanal

56,7 % der deutschen Online-Umsätze liefen 2025 über Marktplätze, so der Handelsverband HDE. Wer nur im eigenen Shop verkauft, fehlt also dort, wo mehr als die Hälfte des Online-Umsatzes entsteht.

Mit Shopifys App Marketplace Connect verwaltest du Marktplatz-Bestellungen im selben Admin. Die ersten 50 synchronisierten Bestellungen im Monat kosten laut App-Eintrag keine App-Gebühr, danach 1 % Gebühr je weiterer synchronisierter Bestellung, höchstens 99 $ im Monat. Die Gebühren der Marktplätze fallen trotzdem an.

6 Mach ein Einführungsangebot, ohne erfundenen Streichpreis

Ein neuer Shop hat noch keinen alten Preis. Ein durchgestrichener „statt“-Preis ist deshalb heikel: Nach § 11 der Preisangabenverordnung muss bei einer Preisermäßigung der niedrigste Preis der letzten 30 Tage genannt werden. Sicherer ist ein Angebot, das ohne Vergleichspreis auskommt, etwa ein Geschenk ab einem Warenkorbwert, eine Staffel oder ein Code für Erstbestellungen.

Schreib die Bedingungen klar dazu. Laut Bitkom schauen 82 % der Online-Shopper bei Rabattaktionen genau auf die Bedingungen.

7 Zeig die Versandkosten früh

Zu hohe Zusatzkosten sind laut Baymard der häufigste Grund für Abbrüche im Checkout. Nenn die Versandkosten schon auf der Produktseite oder biete Gratisversand ab einem Warenkorbwert an, den ein typischer Warenkorb knapp verfehlt. Das kannst du in Shopify ohne App einrichten.

Balkendiagramm der häufigsten Gründe für Kaufabbrüche laut Baymard: Zusatzkosten zu hoch 40 Prozent, Lieferung zu langsam 20 Prozent, kein Vertrauen bei Kartendaten 19 Prozent, Kontozwang 18 Prozent
Gründe für Kaufabbrüche im Checkout, US-Online-Shopper, ohne „nur gestöbert“. Quelle: Baymard Institute, Liste zur Abbruchquote (abgerufen im September 2026).

8 Fang mit E-Mail am ersten Tag an

Jede Anmeldung ist ein Kontakt, den du später ohne Werbekosten erreichst. Shopify Messaging enthält auf den Plänen Basic, Grow, Advanced und Plus 10.000 kostenlose E-Mails im Monat. Die automatische Mail zu abgebrochenen Checkouts richtest du einmal ein, sie läuft dann von selbst.

In Deutschland brauchst du eine nachweisbare Einwilligung für Werbe-Mails. Üblich ist das Double-Opt-in: Der Abonnent bekommt eine Mail und bestätigt seine Adresse über einen Link darin.

Häufige Fragen

Kann ich in der Testphase von Shopify schon verkaufen?
Nein. Laut Shopify ist ein Shop in der Testphase zunächst im privaten Modus oder sein Checkout ist inaktiv. Verkaufen kannst du, sobald du einen bezahlten Plan gewählt hast.
Hat Shopify eine eigene App für Produktbewertungen?
Nicht mehr. Die App Shopify Product Reviews wurde 2024 eingestellt. Heute sammelt die Shop-App Bewertungen nach der Lieferung, und für die Anzeige im eigenen Shop brauchst du eine Partner-App.
Darf ich Kunden für eine Bewertung einen Rabatt geben?
Für Bewertungen in der Shop-App verbietet Shopify jede Gegenleistung, auch Rabatte. Außerdem musst du in Deutschland angeben, ob und wie du prüfst, dass Bewertungen von echten Käufern stammen. Am sichersten fragst du ohne Gegenleistung. Das ist keine Rechtsberatung.