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Tipps für deinen Shop

Upselling und Cross-Selling in Shopify, einfach erklärt

Ein Kunde, der gerade kauft, ist der beste Kunde für ein zweites Produkt. Trotzdem gehen viele Vorschläge ins Leere: falscher Ort, unpassendes Produkt oder ein Angebot an einer Stelle im Checkout, die dein Shopify-Plan gar nicht erlaubt.

4 Min. Lesezeit · 28. September 2026

Angebot auf der Produktseite: Kamera, Ersatzakku und Tasche zusammen mit 15 Prozent Rabatt, 509,15 Euro statt 599,00 Euro

1 Upselling ist die bessere Version, Cross-Selling das passende Extra

Beim Upselling bietest du eine teurere, bessere Version dessen an, was der Kunde gerade kauft: die Kamera mit dem größeren Sensor. Beim Cross-Selling bietest du etwas an, das dazu passt: Speicherkarte, Tasche, Ersatzakku.

Beides hebt den Bestellwert, aber an verschiedenen Stellen. Upselling gehört auf die Produktseite, bevor die Entscheidung fällt. Cross-Selling passt überall dort, wo der Kunde sich schon entschieden hat, also auch in den Warenkorb.

2 Trenn Alternativen von Ergänzungen

Baymard empfiehlt, auf der Produktseite zwei getrennte Listen zu zeigen: ähnliche Produkte als Alternative und passende Produkte als Ergänzung. In einer älteren Untersuchung von 50 großen Shops tat das weniger als die Hälfte.

Shopify kann beides mit der kostenlosen App Search & Discovery: Ähnliche Produkte entstehen automatisch, ergänzende Produkte wählst du selbst aus, bis zu zehn je Produkt. Der Block dafür braucht ein Theme mit Online Store 2.0.

3 Zeig im Warenkorb Ergänzungen, keine Alternativen

Im Warenkorb hat der Kunde sich entschieden. Eine Alternative lässt ihn wieder zweifeln, eine Ergänzung passt dazu. Laut Baymard zeigten 52 % der untersuchten Shops im Warenkorb Vorschläge, die unpassend waren oder nur darauf beruhten, was andere gekauft hatten.

Achtung: Shopifys Empfehlungen sind für die Produktseite dokumentiert. Für Vorschläge im Warenkorb brauchst du ein Theme, das es kann, oder eine App.

4 Gib jedem Vorschlag Bild, Titel, Preis und Bewertung

Ein Vorschlag, den man erst anklicken muss, um den Preis zu sehen, wird oft übergangen. Baymard nennt als Mindestinhalt: Vorschaubild, vollständiger Titel, Preis und die Bewertung mit Anzahl, dazu Varianten und Marke, wo es wichtig ist.

Schreib außerdem dazu, warum etwas vorgeschlagen wird, etwa „Passt zu diesem Modell“ oder „Wird oft zusammen gekauft“.

5 Wisse, wo dein Plan Angebote im Checkout erlaubt

Hier irren sich viele. Apps auf den Checkout-Schritten Information, Versand und Zahlung gibt es nur mit Shopify Plus. Auf allen Plänen ab Basic sind Apps auf der Danke-Seite und der Bestellstatus-Seite möglich.

OrtWelche PläneGut für
ProduktseitealleUpselling, Bundles, Staffeln
Warenkorballe, mit passendem Theme oder AppErgänzungen, Zubehör zum Auffüllen
Checkout: Information, Versand, Zahlungnur Shopify Pluskleine Ergänzungen
Nach der Zahlung (Post-Purchase)alle, mit App, nur bei KreditkarteAngebot mit einem Klick
Danke-Seite und Bestellstatusalle ab Basic, mit AppZubehör für die nächste Bestellung

6 Rechne bei Angeboten nach der Zahlung mit der Reichweite

Angebote direkt nach der Zahlung klingen gut, erreichen aber nicht jeden. Laut Shopifys Entwicklerdoku erscheint die Seite nicht, wenn mit PayPal, Klarna, Apple Pay, Google Pay, einer Geschenkkarte oder irgendetwas anderem als einer Kreditkarte bezahlt wird. Außerdem kann immer nur eine App diese Seite bespielen.

In Deutschland zahlen viele Kunden mit PayPal oder auf Rechnung: Laut EHI entfiel 2024 zusammen mehr als die Hälfte des Online-Umsatzes auf diese beiden. Schau also in deine Bestellungen, wie viele mit Karte bezahlt werden, bevor du dafür eine App kaufst.

7 Mach aus der Ergänzung ein Bundle mit Preisvorteil

Ein Vorschlag ist eine Bitte, ein Bundle ist ein Angebot. Wer Kamera, Akku und Tasche zusammen günstiger bekommt, muss nicht drei Entscheidungen treffen, sondern eine.

Shopifys kostenlose App Shopify Bundles baut feste Bundles und Mehrfachpackungen. Soll der Kunde selbst kombinieren, etwa eine Kamera und eine beliebige Tasche aus einer Collection, brauchst du eine andere App.

8 Fass nach dem Kauf per E-Mail nach

Wer eine Kamera gekauft hat, braucht zwei Wochen später vielleicht einen Ersatzakku. Mit den Automatisierungen in Shopify Messaging schickst du nach dem Kauf passende Vorschläge. Sie werden auf die 10.000 kostenlosen E-Mails im Monat angerechnet, die Basic, Grow, Advanced und Plus enthalten.

Häufige Fragen

Kann ich im Shopify-Checkout Produkte vorschlagen, ohne Shopify Plus zu haben?
Auf den Schritten Information, Versand und Zahlung nicht, das geht nur mit Plus. Auf allen Plänen ab Basic kannst du Apps auf der Danke-Seite und der Bestellstatus-Seite nutzen, dazu Angebote nach der Zahlung, die aber nur bei Kreditkartenzahlung erscheinen.
Was ist der Unterschied zwischen ähnlichen und ergänzenden Produkten in Shopify?
Ähnliche Produkte sind Alternativen und entstehen in der App Search & Discovery automatisch. Ergänzende Produkte passen dazu und werden von dir ausgewählt, bis zu zehn je Produkt.
Wie viele Produkte sollte ich vorschlagen?
Eine belegte ideale Zahl gibt es nicht. Die Nielsen Norman Group warnt, dass zu viele Vorschläge von wichtigen Produktinformationen ablenken. Im Zweifel sind wenige passende Vorschläge mit klarem Grund die bessere Wahl.