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Tipps für deinen Shop

Rabattcodes für Influencer und Partner richtig verwalten

Ein Influencer-Code ist schnell angelegt. Schwierig wird es danach: Du willst wissen, welcher Partner wirklich verkauft hat und ob ein Code auf Gutscheinseiten gelandet ist. Und fehlt am Post die Kennzeichnung als Werbung, kannst du als Auftraggeber mithaften.

4 Min. Lesezeit · 28. September 2026

Liste von Partner-Codes mit Präfix, etwa IG-ANNA-15 und YT-TOM-10, jeweils mit Anzahl der Einlösungen und Status

1 Ein Code je Partner, mit festem Präfix

Gib jedem Partner einen eigenen Code nach einem festen Muster, etwa IG-ANNA-15 oder YT-TOM-10: Kanal, Name, Rabatt. So erkennst du im Bericht zu Verkäufen nach Rabattcode auf einen Blick, wer was verkauft hat.

Für Aktionen mit vielen Einzelcodes, etwa Karten zum Verteilen bei einem Event, legst du eine Kampagne mit Präfix an statt Dutzende Einzelrabatte.

2 Begrenze jeden Code

Ein Partnercode ohne Grenzen ist eine offene Tür. Stell in Shopify ein Gesamtlimit ein, eine Nutzung je Kunde und ein Enddatum passend zur Kampagne. Lass ihn nicht mit deinem Willkommensrabatt kombinieren, sonst stapeln sich beide.

Die Höhe wählst du so, dass du einen geleakten Code verkraften kannst. Laut dem Handelsmagazin Modern Retail verbreiten sich solche Codes schnell über Browser-Erweiterungen wie Honey.

3 Gib dem Partner zusätzlich einen Link

Nicht jeder Käufer tippt den Code ein. Gib jedem Partner deshalb auch einen Link mit utm_source und utm_campaign. Shopify ordnet Besuche mit diesen Parametern dem Marketing zu, standardmäßig dem letzten Klick, der nicht direkt war, mit 30 Tagen Rückblick. So siehst du auch Käufe, die über den Partner kamen, aber ohne Code.

4 Lies den Code-Bericht richtig

Shopifys Bericht zu Verkäufen nach Rabattcode hat zwei Tücken. Der Umsatz darin umfasst nur die Positionen, auf die der Code gewirkt hat, nicht die ganze Bestellung. Und bei kombinierbaren Rabatten kann dieselbe Bestellung mehrfach auftauchen.

Für einen fairen Vergleich zwischen Partnern schau zusätzlich auf die Zahl der Bestellungen und den Anteil der Neukunden.

5 Achte auf Codes, die zu gut laufen

Schau dir die Einlösungen je Code jede Woche an. Liegt ein Code weit über dem, was die Reichweite des Partners hergibt, ist er vermutlich auf Gutscheinseiten gelandet. Dann deaktivierst du ihn und gibst dem Partner einen neuen. Shopify lässt dich auch mehrere Rabatte auf einmal deaktivieren.

Die Grenzen am Code sind dein wichtigster Schutz.

6 Automatisiere Provisionen mit Shopify Collabs

Shopify Collabs ist Shopifys eigene App für Partnerprogramme, verfügbar auf allen Plänen außer Starter und Retail. Partner bekommen einen Link und einen Code, die Provision wird automatisch berechnet. Standardmäßig wird sie erst nach 30 Tagen fällig, einstellbar von 1 bis 90 Tagen. Wird eine Bestellung in dieser Zeit storniert oder erstattet, verfällt die Provision.

Setz diese Frist mindestens so lang an wie deine Rückgabefrist, damit Retouren keine Provision auslösen. Auf automatische Auszahlungen berechnet Shopify 2,9 % Gebühr. Prüf vorher, ob Collabs in deinem Land verfügbar ist.

7 Regel die Kennzeichnung im Vertrag

Wer für einen Post eine Gegenleistung bekommt, muss ihn in Deutschland als Werbung kennzeichnen. Das Gesetz vermutet die Gegenleistung sogar (§ 5a Abs. 4 UWG), und Gratisware oder Provision zählen dazu. Laut den Medienanstalten muss auch ein Post, der einen Rabattcode veröffentlicht, als Werbung gekennzeichnet sein. Der Bundesgerichtshof hat 2021 die Verurteilung einer Influencerin bestätigt, deren Post zu einer Marmelade nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet war. Sie hatte vom Hersteller eine Gegenleistung erhalten.

Die Medienanstalten verlangen „Werbung“ oder „Anzeige“ als erstes Wort, etwa in der Caption, und zusätzlich gut lesbar direkt neben dem Rabattcode. Abkürzungen wie „ad“ oder Begriffe wie „sponsored by“ reichen ihnen nicht. Schreib das in den Vertrag und prüf die Posts, denn als Auftraggeber kannst du selbst auf Unterlassung haften (§ 8 Abs. 2 UWG).

Vergleich der Kennzeichnung: In Deutschland Werbung oder Anzeige als erstes Wort, gut lesbar am Code, ad reicht nicht; in den USA ist #ad erlaubt, wenn es klar und gut sichtbar ist

8 Für Partner in den USA gelten die Regeln der FTC

Die US-Handelsbehörde FTC hat ihre Leitlinien 2023 überarbeitet. Dort ist „#ad“ erlaubt, wenn es klar und gut sichtbar ist, nicht versteckt am Ende eines Posts. Ein persönlicher Rabattcode ersetzt die Offenlegung laut FTC nicht. Und Marken sollen ihre Partner schulen und überwachen.

Häufige Fragen

Muss ein Influencer mit meinem Rabattcode seinen Post als Werbung kennzeichnen?
In Deutschland ja, sobald er eine Gegenleistung bekommt, und dazu zählen Provision, Gratisware oder Rabatte. Das Gesetz vermutet die Gegenleistung. Die Medienanstalten verlangen „Werbung“ oder „Anzeige“ direkt am Code. Das ist keine Rechtsberatung.
Reicht „#ad“ als Kennzeichnung?
In den USA laut FTC ja, wenn es gut sichtbar ist. In Deutschland halten die Medienanstalten Abkürzungen wie „ad“ nicht für ausreichend. Dort sollte „Werbung“ oder „Anzeige“ stehen.
Warum zeigt der Rabattcode-Bericht weniger Umsatz als die Bestellungen?
Weil er laut Shopify nur die Positionen zählt, auf die der Code gewirkt hat, nicht die ganze Bestellung. Bei kombinierbaren Rabatten kann eine Bestellung zudem mehrfach auftauchen.